Bericht einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin

Ich werde oft gefragt, warum ich mich als junge Frau ehrenamtlich in der Hospizarbeit engagiere. Es ruft bei vielen Menschen Erstaunen hervor und immer wieder taucht die Frage auf, ob ich denn nicht lieber mit Kindern arbeiten würde, die noch am Lebensanfang stehen und bei denen man etwas für die Zukunft bewirken kann. Eine Arbeit mit Menschen an deren Lebensende sei doch nicht zukunftsgewandt.

Mit dem Thema Hospiz habe ich mich das erste Mal vor einigen Jahren beschäftigt, als meine Tante an Krebs erkrankte und ihre letzten Tage und Wochen gerne in einem Hospiz verbringen wollte. Ich besuchte einige Hospize und war berührt von dem menschlichen Miteinander dort.

An erster Stelle stehen die Wertschätzung der Menschen und das Ernstnehmen ihrer individuellen Probleme und Bedürfnisse. Bis zum letzten Augenblick wird die Würde eines jeden einzelnen Menschen betont.

Da ich gern ein Teil dieser Haltung sein und sie weitertragen wollte, entschied ich mich für eine Ausbildung als ehrenamtliche Mitarbeiterin beim Diakonie-Hospiz Lichtenberg in Berlin.

Inzwischen sind fast vier Jahre vergangen und ich habe in dieser Zeit viele Menschen begleiten dürfen. Einige von ihnen sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich denke gern an die vielen schönen Augenblicke, die wir miteinander geteilt haben.

Ich erlebe meine Arbeit als sehr erfüllend und ich trage sie auch in meinen Alltag hinein. Jede einzelne Begegnung berührt mich auf besondere Weise und hilft mir wichtige Akzente auch in meinem eigenen Leben zu setzen.